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Endlich ein Signal gegen Funkzellenabfragen durch Polizei

Die sächsischen PIRATEN begrüßen das Urteil zum „Handygate“ und fordern zugleich den generellen Verzicht auf Funkzellenabfragen bei Demonstrationen.

Am 13. Februar 2011 kam es im Zuge der Demonstrationen zu „Dresden Nazifrei“ zu einer massenhaften und verdachtsunabhängigen Funkzellenabfrage. Dieses Vorgehen der sächsischen Polizei wurde als „Handygate“ bekannt. Die juristische Aufarbeitung dauert bis heute an. Nun ist das erste Urteil zum „Handygate“ durch das Landgericht Dresden ergangen, indem die Funkzellenabfrage für illegal erklärt wurde. „Das ist das erste erfreuliche Urteil, das in einem Verfahren zu den ‚Dresden Nazifrei‘-Aktionen seit Langem gesprochen wurde.“, erklärt Carolin Mahn-Gauseweg, Beisitzerin im Landesvorstand der Piratenpartei Sachsen. „Nach teilweise nicht nachvollziehbaren Urteilen und, wie im Falle von Lothar König, fragwürdigen Verfahren ist das ein gutes Signal.“

Doch die Freude über das Urteil ist bei den PIRATEN nicht ungetrübt. Das Landgericht Dresden hat das „Handygate“ nämlich nicht grundsätzlich für unverhältnismäßig erklärt und auch nur aus formaljuristischen Gründen für illegal befunden. Zudem kann die tatsächliche Löschung der Daten nicht überprüft werden. „Es ist bedauerlich, dass das Landgericht Dresden die Chance verstreichen ließ, hier ein klares und umfassendes Signal zu setzen, um die Bürgerrechte von Demonstranten zu stärken.“ so Mahn-Gauseweg weiter. „Wir fordern den generellen Verzicht auf Quellen-Telekommunikationsüberwachung und anderen Maßnahmen, die verdachtsunabhängig Daten von Demonstranten erfassen. Für solcherlei Maßnahmen besteht keine Rechtsgrundlage. Sie stellen engagierte Bürger unter Generalverdacht.“


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